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Vorträge für Gymnasien und andere Schulen
Mathematische Vorträge auf Abruf
In der Schule erfährt man oft nur wenig über Mathematik an der Universität, geschweige denn über aktuelle Forschungsthemen. Um das zu ändern, können Schüler und Lehrer sich Vorträge über interessante mathematische Themen in ihre Schule holen, oder hier am Institut erleben.
In den Vorträgen geht es um aktuelle Themen und wirkliche Mathematik — unsere Dozierenden werden aber natürlich darauf achten, dass die Schüler nicht völlig überfordert sind.
Die Zielsetzungen des Projekts mit dem Titel "Call-a-MatheProf" bestehen darin, den Schülerinnen und Schülern deutlich zu machen,
- dass die Mathematik nicht nur Spaß machen, sondern sogar zu weiterem Nachdenken anregen kann,
- dass die Mathematik in nahezu allen Bereichen des modernen Lebens vorkommt,
- dass die Mathematik Facetten und Perspektiven hat, die über die Schulmathematik weit hinausgehen,
- dass die Mathematik viele interessante Berufschancen in völlig verschiedenen Wirtschaftszweigen, in Forschungsinstituten und Verwaltungsbereichen eröffnet, und
- dass die Mathematik für viele moderne Berufe und deren vorbereitende Studiengänge eine wesentliche Grundlage ist. Das gilt für die Ingenieurwissenschaften und die Naturwissenschaften im gleichen Maße wie für Wirtschaftswissenschaften sowie für Psychologie und Soziologie.
Die angebotene Themenpalette reicht von der Wahrscheinlichkeitsrechnung über die Geometrie und Kryptographie bis hin zu Fragen aus der Spieltheorie oder Betrachtungen über das unendlich Kleine und das unendlich Große (siehe Tabelle unten).
Die Dozenten werden trotz der manchmal recht schwierigen Materie darauf achten, dass die Schüler nicht völlig überfordert sind. Allerdings muss man auch damit rechnen, dass nicht alles sofort verstanden werden kann. Die Schülerinnen und Schüler sollen so auf neue Fragestellungen verwiesen und zum Nachdenken angeregt werden.
Das Projekt soll auch dazu dienen, die Kommunikation zwischen Schule und Hochschule anzustoßen und weiter zu vertiefen.
Derzeit stehen folgende Dozenten und Themen zur Verfügung. Falls Sie Interesse an einem der Vorträge oder Fragen haben, melden Sie sich bitte bei schulkontakte@math.lmu.de.
Ausgewählte Vortragsthemen
Wir gewöhnen uns mittlerweile daran mit Computerprogrammen Gespräche zu führen. Doch wie können Algorithmen eigentlich menschliche Sprache nutzen? Um das zu verstehen, muss man in verschiedene Gebiete der Mathematik eintauchen und grundlegende Konzepte aus der Analysis, der linearen Algebra, der Wahrscheinlichkeitstheorie, und der Optimierung miteinander kombinieren.
Mehr über die Vortragenden: Prof. Dr. Johannes Maly
Wie kann man Wurzeln ohne Taschenrechner berechnen? Wir stellen das Heron-Verfahren vor, das schon von den Babyloniern benutzt wurde. Es konvergiert außerordentlich rasch und zählt auch heute noch zu den effizientesten Algorithmen.
Das führt uns weiter zu Fragen über grundlegende Eigenschaften der reellen Zahlen und wir werden skizzieren, wie diese in der Mathematischen Analysis axiomatisch beantwortet werden.
Abschließend geben wir noch einen kurzen Einblick in eine chaotische Eigenschaft bei der Verallgemeinerung des Heron-Verfahrens auf Kubikwurzeln einer komplexen Zahl.
Mehr über die Vortragenden: Prof. Dr. Rupert Frank
Künstliche Intelligenz begegnet uns heute überall; doch wie „denkt“ eine KI, und welche Rolle spielt dabei Mathematik? Wie lernt sie aus Daten, und warum verändert sie unsere Welt so rasant? Dieser Vortrag gibt eine verständliche Einführung in die grundlegenden Konzepte moderner KI, zeigt Chancen und Risiken auf und wirft einen Blick darauf, welche Entwicklungen unsere Zukunft besonders beeinflussen werden.
Mehr über die Vortragenden: Prof. Dr. Gitta Kutyniok
Angenommen, wir legen einen Ball in die Mitte eines (idealisierten) Billardtischs und stoßen ihn an. Was passiert? Kann es sein, dass er nie zum Zentrum zurückkommt, egal wie lange wir warten? Die Antwort auf diese Frage zeigt uns was man in reiner Mathematik so macht, und führt uns auf einen Streifzug durch Dynamik, Geometrie und Arithmetik.
Mehr über die Vortragenden: Prof. Dr. Sebastian Hensel
Es ist anschaulich klar, dass man die Oberfläche einer Kugel nicht (ohne zu schneiden oder zu reißen) in einen Donut verformen kann. Immerhin hat letzterer ein Loch, und die Kugeloberfläche hat keins. Schon lange wussten Mathematiker, dass die Kugeloberfläche die einzige geschlossene Fläche ist, die kein Loch hat. Die Poincaré-Vermutung fragt, ob man eine dreidimensionale Sphäre — also den Rand einer vierdimensionalen Kugel — auch daran erkennen kann, dass sie “kein Loch hat”. Diese vielleicht einfach klingende Frage hat Mathematiker für fast hundert Jahre beschäftigt, und wurde erst Anfang des 21. Jahrhunderts geklärt. In diesem Vortrag werde ich einen Überblick über die Geschichte und Bedeutung dieses Problems geben, und dabei auch einen verständlichen ersten Einblick in die Topologie bieten: den Teilbereich der Mathematik, die sich mit den Formen von Räumen beschäftigt.
Mehr über die Vortragenden: Prof. Dr. Sebastian Hensel